Ratifizierung, Zeitbedarf und moral hazard
Schon wurde ernsthaft diskutiert einen EWF zu gründen und diesen mit Gold der Mitgliedsstaaten zu unterlegen. Da kann einem angst und bange werden: Griechenland hat ca. 100 Tonnen Gold, die deutsche Bundesbank verfügt über ca. 3.500 Tonnen Goldreserven. Klar ist, wer da das wirtschaftliche Risiko zu tragen hätte.
Für einen EWF müsste wahrscheinlich die EU-Verfassung ratifiziert werden. Die jüngste Vergangenheit mit Volksabstimmungen in verschiedenen Ländern zeigt, dass dies ein sehr langer und zeitaufwändiger Weg wäre. Ein weiteres Problem eines EWF wäre der “moral hazard”. Ein Wort, dass schon in der Finanzkrise der Banken verwendet wurde. Es beschreibt die Zockerei der Banken mit gigantischen Margen. Ging was schief, musste der Steuerzahler einspringen. Ein EWF könnte ähnliche Effekte auslösen, weil einige Länder ihre Verschuldung hemmungslos ausweiten könnten – weil ja im Zweifel die Staatengemeinschaft einspringt. Der Zustand der EU erinnert an eine Bezeichnung, die wir vor nicht allzu langer Zeit für marode Staaten in Schwellenländern verwendet haben.

