31 Okt 2012

Laborkauf oder Kooperation: Zwei Strategien für mehr Wachstum

Um die Fertigungs- und Servicequalität in einem Dentallabor zu halten bzw. zu steigern, sollte konsequent in gutes Personal und

Unternehmensnachfolge im Dentallabor, Quelle Bild: iStockphoto Yuri Arcours

innovative Technologien investiert werden. Doch der an manchen Orten auftretende Fachkräftemangel zwingt Laborbetreiber zu neuen Wegen bei der Wachstumssicherung ihres Betriebes. Unser Autor Hans-Gerd Hebinck konzentriert sich im vorliegenden Beitrag auf die Themen Laborakquisition und -kooperation als zusätzliche Möglichkeiten, neue Potenziale am Markt zu erschließen.

Der Artikel ist erschienen in ZWL – Zahntechnik Wirtschaft Labor, Ausgabe 5 / 2012

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Die strategische Ausrichtung im Dentallabor kommt um zwei Themen nicht herum: Zum einen sind das Investitionen in neue Technologien, zum anderen die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften. In vielen Regionen ist der Fachkräftemangel bereits zu spüren. Entsprechend wird der Einsatz, um an neue qualifizierte Mitarbeiter zu kommen, größer. Viele Betriebe werden ihre bisherigen Strategien überdenken müssen, damit sich Investitionen in Technik und Personal rechnen.

Ein Weg zu einer hohen Wirtschaftlichkeit bleibt natürlich das Wachstum von innen heraus durch eine erfolgreiche Akquisition. Alternativ dazu eröffnen sich in der Unternehmensverbindung attraktive Möglichkeiten. Hier lassen sich zwei Strategien unterscheiden: Zu nennen ist hier erstens der Laborkauf und zweitens die Kooperation. Beide Strategien der Unternehmensverbindung verfolgen unter anderem diese Ziele: – Bessere Wirtschaftlichkeit in Produktion und Verwaltung – Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit in Einkauf und Vertrieb – Höhere Auslastung durch gemeinsame Nutzung von Personal- und Maschinenressourcen – Gesicherter Unternehmensbestand bei anstehender Nachfolge – Risikominimierung, insbesondere bei Investitionen – Stärkung der Marktmacht – Rationalisierungspotenziale durch stärkere Normierung in der Produktion

Strategie 1: Wachstum durch Laborkauf Viele Inhaber von Dentallaboren werden in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen. – Schon deshalb wird das Angebot an Laboren am Markt steigen, denn nicht immer findet der Inhaber einen Nachfolger im Betrieb. Es wird aus diesem Grund vermehrt zu Laborkäufen kommen. Wer in fünf Jahren sein Labor verkaufen möchte, sollte sich bereits heute aktiv darum kümmern, dass der Betrieb gut aufgestellt ist. Bei guter Planung lassen sich auch für kleinere Labore noch akzeptable Verkaufspreise erzielen. Ohne aktive Planung allerdings wird in vielen Fällen das Labor liquidiert, das heißt, der Laborbetrieb wird ohne Verkauf eingestellt. Für den Käufer eines Dentallabors ergibt sich durch den Unternehmenskauf der Vorteil, in kurzer Zeit einen Umsatzsprung zu machen. Im Zuge der Planung und Integration des gekauften Labors in das bestehende Unternehmen ergeben sich viele Fragen. Im Rahmen dieses Artikels kann darauf nicht umfassend eingegangen werden. Für viele Fälle ergibt sich allerdings: Meistens wird das zugekaufte Labor dem bestehenden untergeordnet. Der Altinhaber scheidet in der Regel aus dem Unternehmen aus. Oft wechselt er auch für einige Jahre in ein Anstellungsverhältnis – dies schon allein deshalb, um in der Übergangsphase die für den Käufer so wichtige Kundenbindung zu erhalten. Zusätzlich zum Laborkauf sind zukünftig vermehrt Kapitalbeteiligungen möglich. Als Sonderform wird auch die Verbindung zweier Unternehmen über eine Fusion denkbar.

Strategie 2: Verstärkte Kooperation Bei der Kooperation bleiben die Unternehmen rechtlich selbständig. Neben den bestehenden Netzwerken wie Innungen, Dentagen-Wirtschaftsverbund und anderen überregionalen Verbünden und wird auch der einzelne Betrieb künftig stärker die Kooperation mit anderen Betrieben suchen. Dabei ist heute schon die Zusammenarbeit mit Fräszentren üblich. Darüber hinaus bieten sich gute Chancen für Kooperationen mit Laboren, wenn die jeweiligen Partner überlegt ausgewählt werden: Diese sollten nicht im direkten Wettbewerbsumfeld stehen, jedoch so nah beieinander, dass die Zusammenarbeit durch kurze Wege einfach und effizient bleibt. Eine solche Kooperation bezeichnet man als Interessen- oder Arbeitsgemeinschaft. Selbstverständlich ist eine gute und reibungslose Kommunikation notwendig, damit diese Kooperation unter Kollegen gelingt. Dies erfordert auch den Mut und die Bereitschaft des Zahntechnikermeisters, über den eigenen Schatten zu springen. Ziehen die Partner einen externen Moderator hinzu, erhöht dies in der Regel die Chancen für eine langfristig erfolgreiche Kooperation. Der neutrale Moderator begleitet beide Partner während des Prozesses, vereinbart mit den Parteien gemeinsame Ziele und überwacht die Einhaltung. Gerade bei unterschiedlichen Vorstellungen und/oder Konflikten vermittelt er zwischen den Positionen und trägt zur Klärung bei.

Laborkauf oder Kooperation – zwei Strategien mit unterschiedlichen Möglichkeiten, die in den nächsten Jahren von vielen Laboren vermehrt verfolgt werden. Als Trend wird sich daraus ein Konzentrationsprozess im Labormarkt entwickeln. Grund genug also, sich als Laborinhaber schon heute intensiv mit seiner Unternehmensstrategie auseinander zu setzen und sich beim geplanten Strategiewechsel frühzeitig Expertenwissen und Unterstützung zu suchen.

Hans-Gerd Hebinck

Infos unter Tel. 0172/2745444

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