14 Dez 2014

Wow! Was für ein Tag

Das AFNB-Wissenschaftforum 2014  mit Prof. Eric Kandel war nun schon der 6. Wissenschaftskongress und ganz bestimmt ein Höhepunkt in der Fortbildungsreihe. 

Emotionaler Höhepunkt war am späten Samstag-Nachmittag der Vortrag des Nobelpreisträgers Prof. Eric Kandel und das anschließende Interview mit Dr. Eckart von Hirschhausen. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit dem Leben und Arbeiten des Wissenschaftlers und ihn live und hautnah zu erleben war ein wunderbares Erlebnis. Prof. Kandel führt ein Leben für die Wissenschaft, ist mit 85 Jahren noch täglich mit Leidenschaft bei der Arbeit und berührt gleichzeitig die Menschen mit seiner Präsenz, seinem Charisma, seinen Ideen, seinem Engagement und  seinem Humor. Da fällt es leicht einen Zugang zu finden zu einem so komplexen Thema wie die Hirnforschung. Seine Erkenntnisse sind trotz der Komplexität auch für uns “Normalmenschen” verständlich und helfen vielen Menschen zu einem besseren Leben. Alle von ihm angesprochen Themen waren unglaublich interessent: Über die Geschichte der Hirnforschung, seine Motive, sein Leben, über die Naziverfolgung und was wichtig für unsere Gesellschaft ist, über die Wissenschaft, über seine neuesten Forschungsergebnisse über die Krankheit Alzheimer und die Wichtigkeit der täglichen Bewegung, über die Liebe zur Kunst und zur Musik, u.s.w. Das war unglaublich bewegend und inspirierend. Was ich sofort umsetzen kann? Auf jeden Tag mindestens eine halbe Stunde laufen oder joggen gehen!

Der Tag begann Mittags mit den Vortrag von Prof. Dr. Lutz Jäncke von der Universität Zürich. Er lehrt und forscht im Fach Neuropsyochologie. Sein Vortrag “Ist unser Gehirn vernünftig? Der Mensch ist viel unvernünftiger als bislang angenommen” machte deutlich, warum der Wissenschaftler so beliebt bei seinen Studenten ist: Er präsentiert mit Begeisterung, Humor und spannenden Beispielen. So macht lernen Spaß!  Und klar… Sie ahnen es schon: Wir sind tatsächlich viel unvernünftiger als bislang angenommen und das gibt auch Sinn und ist auch gut so. Besonders interessant waren seine Ausführungen zum Thema “Wahrnehmung” aus neurowissenschaftlicher Sicht und die praktische Bedeutung für unser Leben.

Prof. Dr. Julius Kuhl führte die Zuhörer anschließend in die Welt der Motivation aus Sicht der Wissenschaft ein. Dr. Kuhl ist Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Universität Osnabrück. Sein Wissen beruht auf mehr als 30 Jahre Erfahrung aus experimenteller Forschung. In seinem Vortrag “Sollen, Wollen, Können – Die Entschlüsselung der Motivationalen Intelligenz” erklärte er die Arbeitsweise unseres Gehirns und die Aufgaben und die unterschiedlichen Spezialisierungen der linken und der rechten Hirnhälfte. Anhand wissenschaftlicher Forschungsergebnisse machte er deutlich, welche Erkenntnisse gewonnen wurden und wie man letztlich sich selbst und andere motivieren kann und wie die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten gefördert werden kann. Für mich persönlich sind diese Erkenntnisse höchst interessant für die Verbesserung von Vermittlungsmethoden im täglichen beruflichen Beratungs- und Trainingsalltag.

“Glück im Arbeitsalltag”? Wer kann das nicht im Überfluss gebrauchten. Prof. Tobias Esch von der Harvard Medical School belegte mit wissenschaftlichen Fakten warum es so wichtig für unsere Gesellschaft ist, den Themen Stress und Achtsamkeit viel mehr Bedeutung beizumessen. Der ebenfalls mit Humor gespickte Vortrag erklärte das “Glück” aus neurologischer Sicht. Ich fand besonders seine Darstellung des Themas “Achtsamkeit” sehr interessant und die am Vortrag anschließende Übung für mehr Achtsamkeit.

Dr. Eckard v. Hirschhausen kennt jeder aus Funk und Fernsehen als Kabarettisten und als Quizmaster. Gestern hatten alle Kongressteilnehmer die Gelegenheit, den Menschen Hirschhausen und seine Motive für sein Wirken aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen. Natürlich konnten wir alle auch sehr sehr viel lachen. Das hätte man auch nicht anders erwartet. Doch hinter “Ist Lachen die beste Medizin?” steckt viel mehr als nur als Unterhaltung: Ein fundiertes Wissen über den Nutzen und das Wirken der positiven Psychologie und die Chancen für extreme Verbesserungen für unser Menschenbild, für das Gesundheitswesen und für die Wirtschaft. Humor hilft in vielen Lebenslagen und das funktioniert sogar einfach, schnell und günstig. Humor und die Kraft der positiven Psychologie ist langfristig eine perfekte  Vorbeugung gegen Stress und Krankheit. Die rote Clownnase habe ich jetzt immer griffbereit :-)

 

 

nichts hierhinein