Heute stelle ich Ihnen ein börsennotiertes Unternehmen aus den USA vor, das sein Geld mit der Bewertung von Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuseren durch Patienten verdient: Health Grades Inc.

Health Grades ist mit seiner gleichnamigen Website www.healthgrades.com quasi eine Ratingagentur für Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser. Die Einstufung erfolgt nach Service, Qualität und weiteren Kriterien (also vergleichbar zu einigen deutschen Portalen). Die Praxen können eigene Informationen ergänzen. Die Versicherungsgesellschaften zeigen bereits deutliches Interesse an dem Portal. Was ist das Besondere an diesem US-Portal? Das Unternehmen ist bereits aus der Start-Up-Phase herausgewachsen und äußerst profitabel. Das Unternehmen ist schuldenfrei, Umsatz und Gewinn sollen 2010 um über 20 % steigen.

Healthgrades

Die Kursentwicklung von Healthgrades - Ein Bewertungsportal für Arztpraxen

Healthgrades ist Marktführer in den USA und verfolgt diese Strategie konsequent weiter, nach dem Motto: „The winner takes it all“ . Bei der Suche nach einem Gesundheitsdienstleister will Helthgrades im Gesundheitssektor eine Dominanz erreichen wie z. B. Google bei der allgemeinen Suche im Netz. Die Vision dahinter: Jeder US-Bürger besucht vor dem Arzt automatisch auch Heathgrades.com. Die von Präsident Obama geplanten Reformen im amerikanischen Gesundheitssektor werden sich vermutlich positiv auf das Wachstum des Portalbetreibers auswirken. Die Vermarktungschancen liegen in der Marktbeherrschung: Irgendwann kommt  quasi keine Praxis mehr daran vorbei sich bei Healthgrades anzumelden. Hinzu kommen Werbeeinnahmen durch Bannereinblendungen etc.

Ob es einem vergleichbaren deutschen Portal gelänge, eine monopolartige Marktdominanz zu erlangen, ist heute schwer abzuschätzen. Der Wettbewerb ist sehr stark umkämpft. Es kommen quasi täglich neue Portalbetreiber hinzu. Social Communities sind aktuell einer der Wachstumsmärkte im Internet. Viele Start-up Unternehmen spekulieren darauf, schnell einen hohen Bekanntheitsgrad zu erlangen und dann für eine sehr hohe Summe von einem Marktführer gekauft zu werden (wie bei dem Kauf von You Tube durch Google). Starken Einfluss werden die Medien nehmen und auch Industriebetriebe und Versicherungen werden Chancen sehen, sich Einfluss auf die Steuerung von Patienten sichern zu können. Eine solche Entwicklung wäre nicht im Interesse der Ärzteschaft und der Patienten.

Die Marktbeherrschung und Datenhoheit durch Internetkonzerne wie facebook wird trotz aller Erfolge von Internetcommunities zunehmend kritisch gesehen. Gestern Abend beispielsweise war das Thema bei Maybrit Illner unter dem Titel „Wie gefährlich ist das Internet?“.

Fazit: Eine Präsenz im Internet bietet für Arztpraxen und Zahnarztpraxen sehr gute Chancen und sollte im Praxismarketingkonzept nicht fehlen. Einträge in Bewertungsportalen sollten aber zumindest kritisch geprüft werden. Besser sind mehrere Einträge in verschiedenen Adressverzeichnissen und Webkatalogen ohne Bewertung der Arztpraxis oder Zahnarztpraxis, die ebenfalls wertvolle Links zur eigenen Website liefern. Ein Beispiel für einen seriösen und zudem kostenlosen Eintrag ist die Zahnarztsuche von ZWP-online (Oemus-Verlag).

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